Mietnomaden – Wie kann ich mich schützen?

Klar, wenn man im Mietgeschäft ist, gibt es immer einige Risiken, die nur schwer kalkulierbar sind. Mit entsprechender Vorbereitung und Sorgfalt lassen sich diese aber auf ein Minimum reduzieren. Was aber vielen Vermietern große Bauchschmerzen bereitet, ist die Frage: Wen hole ich mir da in meine Immobilie?

Im besten Fall: Sehr, sehr nette Menschen, die ihre Miete pünktlich bezahlen und mit ihrem neuen Zuhause sorgsam umgehen. Im schlechtesten Fall: Menschen, die gar nicht beabsichtigen, ein langfristiges, verlässliches Mietverhältnis aufzubauen, die Immobilie verwahrlosen lassen und nachher für die entstandenen Schäden keinerlei Verantwortung übernehmen wollen. Kurz: Mietnomaden.

Was ist ein Mietnomade?

Als Mietnomaden werden Menschen bezeichnet, die in einer gemieteten Immobilie wohnen, den fälligen Mietbetrag aber nie oder nur sehr unregelmäßig entrichten. Nach der unausweichlichen fristlosen Kündigung verlassen sie die Immobilie fluchtartig, oft über Nacht, und die Räumlichkeiten bleiben nicht selten in einem schlechten Zustand zurück. Wenn die Mietnomaden einen neuen Vermieter gefunden haben, beginnt das Spiel von neuem.

Gibt es Anzeichen?

Am Niederrhein gibt es das weise Sprichwort: „Man kann den Leuten halt nur vor den Kopf gucken." – und das stimmt natürlich auch. Wie es in den Gedanken des Gegenübers aussieht, können wir einfach nicht erahnen. Aber es gibt Dinge, auf die man als Vermieter achten sollte.

1) Informieren Sie sich VOR Vertragsunterzeichnung so ausführlich wie möglich über Ihre potenziellen Mieter. Ein wichtiges Dokument stellt dabei die Mieterselbstauskunft dar. Falschaussagen von Seiten des Mieters in diesem Dokument können juristisch belangt werden.

2) Fragen Sie, ob in der Vergangenheit eine eidesstattliche Versicherung abgegeben wurde – das bedeutet, dass der Mieter in der Vergangenheit bereits einmal zahlungsunfähig war.

3) Bitten Sie den Mieter, einige Dokumente wie Personalausweis, Gehaltsabrechnungen und Schufa-Auskunft vorzulegen.

4) Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl! Sie haben ein „flaues Gefühl in der Magengegend"? Gehen Sie noch einmal in sich und denken gut über das potenzielle Mietverhältnis nach

Was sind meine Rechte?

Bleibt die vertraglich vereinbarte Miete aus, haben Sie das Recht, eine fristlose Kündigung des Mietverhältnisses auszusprechen. In der Regel schickt man beim ersten Ausbleiben der Miete eine Abmahnung – wird diese ignoriert, folgt die ordentliche Kündigung. Bleibt die Miete länger als zwei Monate aus, darf der Vermieter die fristlose Kündigung aussprechen. Letztes Mittel ist die Räumungsklage. Dieser Prozess kann sich hinziehen – das hängt unter anderem auch davon ab, wie schnell das zuständige Gericht arbeitet.

Die Räumungsklage ist durch – und jetzt?

Wenn die Räumungsklage juristisch geprüft und angenommen wurde, kommt der Gerichtsvollzieher zum Zuge. Er bestimmt einen Räumungstermin und kommt zum angegebenen Zeitpunkt mit Schlosser und Umzugsunternehmen, um das Urteil zu vollstrecken. Kostenpunkt: Oft mehr als 3000 Euro – auf denen der Vermieter erstmal sitzen bleibt, die er jedoch vom Mieter einklagen kann.

Ein anderes Modell ist die sogenannte Berliner Räumung. Der Gerichtsvollzieher verweist den Mieter dann der Immobilie, tauscht das Schloss aus und geht wieder. Es bleibt dem Vermieter überlassen, ob er die Möbel und andere Besitztümer des Mieters in der Wohnung belässt oder einlagert. Dieser Weg ist wesentlich kosteneffektiver und beläuft sich meist auf einen Betrag von 300 bis 600 Euro.

Wer zahlt mir mein Geld zurück?

Mit Pech – niemand. Das ist leider die traurige Realität bei Mietnomaden-Fällen. Meistens bleibt der unschuldige Vermieter auf den Räumungskosten sitzen. Eine normale Rechtsschutzversicherung deckt Mietnomaden-Fälle nicht ab. Es gibt spezielle Rechtsschutzversicherungen für Vermieter. Diese können teuer sein und müssen für jedes Mietobjekt einzeln abgeschlossen werden.

Es bleibt beim Vermieter, zu entscheiden, ob solch eine Versicherung sich lohnt. Wir von Bisschop Immobilien raten: Nicht „blauäugig" in ein Mietverhältnis hineingehen, sondern relevante Informationen über potenzielle Mieter einholen – VOR Vertragsunterzeichnung.

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